Vom Annehmen - Dein Körper gibt den Impuls

July 9, 2017

Gehörst du auch zu den Menschen, die das Signal wegdrücken? Ein pochender Schmerz zwischen den Augenbrauen, ein Drücken im Hinterkopf. Schnell Yogaatmung, wegmassiert und weiter gehts. Bis er wieder kommt. Und wieder.

 

Ich schon.

 

 

Dieser Blog ist in einer Zeit entstanden, als ich mich von der Arbeit habe befreien lassen für längere Zeit. Als die Erschöpfung keinen Platz haben durfte.

Ein kolikartiger Seitenschmerz ließ mich letztlich zum Arzt und anschließend nochmal 7 Stunden zur Dienststelle gehen, bevor ich die Krankschreibung antrat. Schließlich waren die Klient*innen zu wichtig, ich wurde gebraucht und wollte ein Projekt zu Ende führen. Die erste und zweite Woche Krankschreibung vergingen, ohne dass sich merklich etwas geändert hätte.

 

Ich werde doch gebraucht!

 

Nach einer Stunde am Rechner wurde mir schwummrig und übel. Den Appetit hatte ich verloren und war froh, wenn jemand mir Alltagsaufgaben -wie den Abwasch- abnahm. Aus Begegnungen hatte ich mich zurückgezogen. Außerdem war ich mir nicht sicher, ob ich das Maß zwischen Ruhe und Aktivität gefunden hatte, um zu gesunden.

 

Morgenseiten, Pilates, Atemübungen. Ich zündete Kerzen, trank Ingwertee, nahm Vitamine, Propolistinktur, Waldspaziergang, ohne Zwang und Stress, so wie es vom Rhythmus passte. Es half. Irgendwie. Aber da war noch immer dieser Kopfschmerz, der zum Begleiter wurde, ging, zurückkam.

 

 

Gefühle spüren & annehmen

 

Letztlich ging ich zu meiner Grinberg-Praktikerin. Die Grinberg-Methode beschäftigt sich mit Körperachtsamkeit. 

 

Sie hat mich 2015 bereits rausgehauen, als ich mir den schlimmsten Liebeskummer über 8000km Entfernung nicht eingestanden habe. Und wieder. Mich zusammenriss. Um genug zu sein. Für andere. Die Fortbildung zu absolvieren, freiberuflich tätig zu sein, wo man sich -Blick aufs Bankkonto gerichtet- keine Krankheitstage leisten kann. Versucht, die Zukunftsangst auszutricksen, sich nicht damit zu beschäftigen, welches Leben man wahrhaftig leben will. Sich nach außen nichts anmerken zu lassen.

 

Gering belastbar zu sein, ist eine große Angst.

 

Der Psychiater C.G. Jung bezeichnet dies als den Schatten der Psyche - unerwünschte Eigenschaften und Ideen über einen selbst, die unterdrückt wurden und werden, von klein auf gelernt.

 

Ein riesiger Energieaufwand!

 

 

Eine Stunde arbeiteten wir beide mit meinem Körper. An den Schultern, dem Rücken, atmeten in die verkanteten Bereiche, den Brustkorb, hielten gegen, ließen los, sie massierte, ich weinte. „Erlaub.“, wie Anna sagt. Ein kleines Wort mit unfassbarer Kraft. Mein Körper sank auf die Liege und durfte sein.  

 

Zulassen versus Wegdrücken

 

„Wenn du Zweifel hast, ob du das Maß gefunden hast, gewinnen immer die Ruhe und das Zulassen!“,

 

dachte ich. Die Zeit für dich, die (soziale) Reizarmut. Du musst nichts wegräumen, keine Facebooknachrichten lesen. In den ersten Wochen hatte ich Raum gemacht, außen, aber nicht viel innen wie schien. Ausruhen und zulassen sind verschiedene Dinge -

 

Es sei dir erlaubt, dich rauszunehmen und Erschöpfung zu SPÜREN.

 

In den sich anschließenden Tagen fühlte sich mein Körper schwerer als vorher an, mehrfache extreme Erschöpfungsattacken überkamen mich im Laufe des Tages. Mich zog eine unsichtbare Kraft am Hinterkopf nach hinten, es galt nur noch sofortiges Hinlegen.

 

Ich atmete in die Bereiche, Tränen kamen.

 

Immer wenn der Hinterkopf zog, gab ich nach und nach einiger Zeit verteilte sich kribblig Energie in die Finger- und Fußspitzen, wie ein Freilassen der Blockade. Diese Übung wiederholte ich über einige Wochen und konnte zunehmend wieder aufstehen, mich kreativ betätigen, länger am Rechner sitzen, tanzen. Ein Kanal wurde geöffnet. Kerzen und Tee trugen noch immer zur Heilung bei.

Aber das wahre Gut lag im Zulassen und Durchleben der Erschöpfung.

 

Welchen Schatten hast du? Erkennst du die Zeichen und nimmst sie an?

 

 

 

 

 

 


 

 

 


 

  

 

 

 

 

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