Black is the new Glitter

April 22, 2017

„Bist du eigentlich Satanistin?“, werde ich vor der 10. Klasse vom Lehrer gefragt, als ich an die Tafel vorkommen soll. Oder auf einer Stufenparty: „Du hier und nicht auf dem Friedhof?“

 

Warum meine Kleidung stets so dunkel, nicht fröhlicher und weniger eintönig sei, werde ich seit der Jugend gefragt. Die Antworten sind sehr einfach. Schwarz sieht elegant aus, passt immer, lässt sich zu allem kombinieren und das Wichtigste: Es raubt mir morgens vor dem Kleiderschrank nicht die Energie, die ich für den Tag gebrauchen kann. Es muss sich praktisch nicht entschieden werden. Mein Kleiderschrank ist mini. Dort befindet sich die komplette Jahresklamotte. Hin und wieder werden Teile aussortiert und verschenkt. Eine weitere Vereinfachung ist in den letzten 3 Jahren hinzugekommen. Ich trage nur noch Kleider, Leggings und Boleros. Zugegeben, hier ist die Farbpalette gewachsen und das ist gut so. Wenn ich ein Kleid sehe, das meiner generellen Persönlichkeit entspricht bzw. der Stimmung, in der ich mich an den meisten Tagen befinde, natürlich crazy intelligent und hell yeah, suuuuuuper attraktiv!!! :) - kommt es mit. Es gibt auch wenige für „besondere Anlässe“.

 

 

Zum Zweiten, weil man mit schwarz alles sein kann, was man möchte. Warum tragen Schauspieler*innen auf der Bühne schwarz? Es lenkt nicht ab vom Wesentlichen; dem Inhalt, der Mimik, Gestik. Schwarz gilt als „Dresscode der Intellektuellen“. Doch überzeugt Schwarztragen hat nichts mit Kult oder geschwollenem Zigarettenqualm, Film Noir und bedeutungsschwangeren Künstler*innen-Salons zu tun; es ist praktisch, edel und fokussiert. Es überdauert die Mode.

 

Andere Menschen sind ebenfalls im Club. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg trägt jeden Tag dasselbe graue T-Shirt, um seine Reserven für wichtige Entscheidungen zu sparen. Fragt doch mal Steve Jobs oder den Business Insider :)

 

  

Auch ein Buch ist zum Thema bereits erschienen:

 

Cordula Rau (Hrsg.) fragt in ihrer Fashionfibel: „Why do Architects wear Black?“ (2008), Springer, Wien.

 

 

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