Sleeping Beauty - Schlafstörungen beenden

July 23, 2017

Nachdem eine liebe Freundin von mir sich das Leben genommen hatte, konnte ich beim Einschlafen nicht mehr auseinanderhalten, dass ich in einen erholsamen Schlaf sinken und morgens aufwachen würde. Ich würde nicht sterben.

 

 

Eine ganze Weile waren das Bett und der Vorgang des Schlafens mit enormer Angst belegt, die zu einer inneren Lähmung führten, sodass ich mich nicht bewegen konnte und wollte. Manchmal so sehr, dass ich vermied, mich zur gewohnten Zeit hinzulegen und die Nachtruhe herauszögerte, um nicht erneut der eingeprägten Konditionierung zu begegnen.

 

Sobald das Licht ausgeschaltet war, fühlte ich meine tote Freundin neben mir liegen.

Das Gefühl, vom Schlaf langsam mitgerissen zu werden und ins Unterbewusstsein hinüberzugleiten, ließ mich jedes Mal kurz vorher wieder hellwach werden. So, als wollte ich den Tod austricksen.

 

Stress und ratternder Kopf

 

Schlafstörungen entstehen aus den unterschiedlichsten Gründen:

 

  • Stress

  • dem nicht abschaltenden Kopf

  • der falschen Schlafposition

  • lärmenden Nachbar*innen

  • unangenehmen Matratzen

 

In jedem Falle sind sie zermürbend und haben oft Konzentrationsstörungen und Tagesmüdigkeit zur Folge. Falls Schäfchen zählen dich nicht weiterbringt, hier einige Anregungen, wie es dir gelingen kann, zurück zu einer genussvollen, erholsamen Schlafroutine zu finden.

 

 

 

 

Ausschalten elektronischer Geräte

 

Schalte spätestens 1 Stunde, bevor du dich hinlegst, deinen Rechner aus und versuche, nicht mehr mit deinem Smartphone, Tablet, etc. zu arbeiten. Das Licht führt dazu, dass dein Körper sich wach fühlt, obwohl du eigentlich müde bist.

 

Meditation

 

Setze dich vor dem Schlafengehen für eine 10-minütige Meditation mit gekreuzten Beinen auf dein Bett. Schließe die Augen und konzentriere dich darauf, wie du durch die Nase ein- und ausatmest. Atme ganz normal. Wir werden an anderer Stelle nochmals darauf eingehen.

Meditation dient nicht in erster Linie dazu, "an nichts" zu denken, wie es fälschlicherweise häufig angenommen wird. Damit setzen Menschen sich unter Druck und versuchen es gar nicht erst. Bei dieser Übung ist es wichtig, dass dein Geist zur Ruhe kommt.

Es ist absolut nicht schlimm, wenn Gedanken sich einmogeln. Nimm sie akzeptierend an und verabschiede sie wieder. Du wirst trotz anfänglich aufploppender Gedankengänge nach 10 Minuten bereits eine Entspannung feststellen.   

 

Gedanken aufschreiben

 

Bevor du ins Bett gehst, habe einen Zettel & Stift parat und schreibe deine Gedanken auf.

Überlege, worum du dich morgen kümmern wirst und was dir spontan einfällt, das in deinen Augen unbedingt erledigt werden sollte. Auch ein irrationales Bedenken und realistische Hindernisse können hier kurz (!) Platz finden. Somit sind diese Ideen adressiert und haben einen Ort gefunden. Du kannst dich nun ausschließlich auf deinen Schlaf konzentrieren.

 

 

 

Atmung

 

Wenn deine Gedanken umher fliegen, wirst du in keine Ruhephase kommen.

 

Der Geist kann sich, egal wie sehr du es versuchst, nur auf eine Sache konzentrieren.

Sobald du merkst, dass eine Sorge aufkeimt,  gehe sanft zurück in die Atmung. Grundlage ist hier die Bauchatmung. Lege deine Hand auf deinen Bauch und atme tief in ihn hinein, so, dass er sich wie ein Ballon füllt. Beim Ausatmen entspannst du dich, du merkst, wie alle Glieder fallen. Insbesondere deine Schultern und der Nacken, spüre, wie sie ganz schwer werden. Atme vollständig aus und merke, wie alle Gedanken aus dir heraus und von dir weg gleiten.

 

Fokussierung weg vom oberen Kopf

 

Manchmal ist es sinnvoller, unsere Aufmerksamkeit vom Kopf wegzulenken zu einer Stelle im Körper, die leichter entspannt.

 

Überlege dazu, wo deine Energiezentren liegen, wo du besonders viel Kraft im Alltag herbekommst. Sind es deine Beine, dein Becken? Visualisiere und atme in den entsprechenden Bereich, ein und aus. Du wirst merken, dass die Entspannung sich leicht einstellt. Wehre dich nicht, lass es einfach zu. Zum Teil brauchst du gar nicht so weit nach unten in den Körper zu gehen. Es reicht, deine Aufmerksamkeit z.B. auf dein Kinn oder den unteren Wangenbereich zu lenken und zu atmen. Deine geschlossenen Augen gehen mit dorthin, die Augäpfel liegen entspannt in den Höhlen und das Lid flimmert nicht mehr wie wild.

 

Affirmationen

 

Ich musste erst wieder lernen, Schlaf positiv zu besetzen. Dafür hilft Imaginationskraft und ich überlegte vor dem Einschlafen beispielsweise, wie mein Traumland aussieht, in das ich gehen werde. Wie sieht deins aus? Ist es ein Zauberwald, eine einsame Insel, an der kleine Wellen sich brechen? Stellst du dir ein riesiges Bett mit Goldverzierung vor, mit dramatisch gestapelten Kissen? Liegst du auf Wolken, im Gras, riechst du Sommerblumen? Begib dich an diesen Ort und sage dir in Gedanken folgende Sätze:

 

  • Ich fühle mich sicher und geborgen.

  • Ich freue mich auf die Erholung und die Kraft am Morgen.

  • Jetzt ist Jetzt und dann ist dann.

  • Ich kann alles morgen erledigen.

  • Ich lasse meine Gedanken los.

  • Mich umgibt Stille, in die ich tief atmen kann.

 

Nun stell dir vor, wie du langsam und genüsslich in den Schlaf sinkst, mit jeder Faser tiefer, wie der Schlafsand dich ganz benebelt macht und du diesen Vorgang genießt :)

Ergänzend können Tees aus Johanniskraut und Lavendel beim Einschlafen helfen.


Für Nachbar*innen, mit denen du auf Kriegsfuß und in Verhandlungen mit der Hausverwaltung stehst, sind Ohropax vorübergehend eine gute Lösung und die klare, zunehmende Deidentifizierung mit dem Geschehen. Dass du schaffst, emotional nicht allzu sehr in die Situation zu gehen, dich innerlich zu distanzieren.

 

Durch diese Techniken in Kombination habe ich zu einem tiefen Schlaf zurück gefunden.

Viel Spaß beim Ausprobieren und *GUTE NACHT! * 

 

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