20 Dinge, die ich in meinen 20ern lernte

July 16, 2017

Hyaluron-Gel gegen Fältchen kriege ich geschenkt (Betonung auf -chen) und mache mir Gedanken, ob nun wahrhaft eine neue Ära beginnt. Eine konstruierte Grenze mich die Welt anders sehen lassen wird. 30. Bei 28 swingen die 20er im Klang noch mit. Aber jetzt?! ... Hm. Das neue Jahrzehnt ist seit 8 Tagen da. Ich fühle ich mich gleich irgendwie.

 

Märchen als Jungbrunnen-Vorwand?

 

Zauberbäume und Einhörner*innen begegnen mir einen Tag vor meinem Geburtstag.

Batman ist am Start und eine Sonnenblume für 1,99.

 

 

Immerzu meine ich, mit dem Einhornhype nüscht anfangen zu können, erst recht jetzt an dieser vermeintlichen Grenze. Decodiere ihn schlau als Carpe Diem- Copy Paste-Abklatsch. Ach ja? Und warum lässt du dich dann so einsäuseln? .. "Na gut", räume ich letztlich ein. Lauter: Mit Pauken und Trompeten. Ja, Märchentante auch mit 30, from da heart.  

 

Liebe Berliner*innen, einmal Ticket ziehen und die Reise ins Glück mit der S5 buchen. Endstation See. Dem Wetterbericht kann man in diesen Tagen nicht trauen. Deshalb feierte ich schon mal vor. Und nach. 2x. 7 Sonnenstunden auf dem Radar.

 

Da saß ich, vor einem glitzernden Eisbecher, liebevoll gefertigt von einem Einhorn.

 

                                            https://www.instagram.com/_.sparkling.unicorn._/

 

20 Life Lessons

 

Das nahende Gewitter grollte unheimlich. Selig schmetterte ich im Kopf ein riesiges, nahrhaftes Danke, Leben. Ging die Lessons durch, die mich bis hierher ereilt hatten. Inspiriert durch den Artikel von Pilates Queen Cassey Ho, die vor einem halben Jahr eine ähnliche Auflistung anlegte. 

 

1)  Radikale Akzeptanz ist das Radikalste, was du tun kannst.

2) Dein Herz labert keine Scheiße.

3) Soviel Tiefe wie in den Bergen des Himalayas spürt man nirgends.

4) Um Hilfe zu bitten, ist nicht peinlich sondern erleichternd. 

5) Umgib dich hauptsächlich mit Menschen, die dir gut tun.

6) Dein Arsch ist der Knaller, hör auf, ihn zu verstecken.

7) Der Rhythmus der Natur spiegelt dein gesamtes Leben wider.

8) Reisen und Stille sind das höchste Glück auf Erden. 

9) In sich eine*n innere*n Dialogpartner*in zu finden, schult Selbstliebe und Wertschätzung nach außen.

10) Wenn man Verletzlichkeit zeigt, wenden sich Leute nicht ab. Sie sehen Stärke.

 

 

11) Körperpraxis befreit dich unmittelbar von seelischen Verstimmungen. 

12) Ein entspannter Beckenboden stärkt deinen Alltag und deine Sexualität. 

13) Briefe schreiben ordnet Gedanken und Menschen freuen sich mehr über sie als über eine Email. 

14) Die Zeit findet immer nur JETZT statt, nicht morgen und nicht gestern.

15) Man darf Judith Butler und gleichzeitig Marilyn Monroe toll finden. 

16) Eigenen Ängsten dämliche Namen wie "Gräuel-Guido" zu geben, macht sie erträglich & ratgebend. 

17)  Postkoloniale Theorie verändert deine Perspektive für immer. 

18) Wenn man eigene Scham zeigt, verbünden sich Menschen mit dir.

19) Mit Lichtvisualisierung können ganze Energieströme positiv verlagert werden.

20) Erstmal Tee. 

 

Es sollte noch besser kommen.

 

 

Wie Spießer*innen das so machen, hatte ich ein mit Holz ausstaffiertes Haus in der Uckermark gebucht und 13 Menschen geladen. Für Waldspaziergang, Äuglein blinzeln, Anekdoten und Schmaus. Am Wochenende des Jahrhundertregens. Dekoriert in den Soulwind-Farben; sowohl der neben dem Kachelofen geschaffene Dance Floor, als auch die Kleidung der Anwesenden erstrahlte in Türkis und Weiß. Das Auftaktgetränk bildete der Tuica einer rumänischen Freundin, deren Papa ihn mit 54% selbst kredenzt hatte. Auf einmal empfand ich sehr viel Liebe.

 

Dankbarkeit für das, was war! 

 

Für die Menschen, die gekommen waren, um mit mir dieses Datum zu feiern und von Jahr zu Jahr großartiger werden, weil man sie immer besser kennenlernt, gemeinsam Täler durchschreitet und Berge erklimmt. Sie ihre eigenen Geschichten schreiben. Für die Tiefe und den Weg, den ich gegangen war. Entscheidungen. Die sich wie ein Puzzle fanden und rückblickend soviel Sinn machen. Für alles, was ich mich getraut, für alle, denen ich vertraut hatte. Für Wachsen an Schlimmem und Weinen über Schönes. Für Berlin. Ja zu Liebe und Partnerschaft. Für die enge Verbindung zu meiner Familie. Den Wunsch, groß zu träumen. 

 

 

Konstruierte Grenzen bringen Hyaluron-Gel mit sich. Heilerde ahoi! Und sie lassen uns inneschauen und realisieren, dass wir ohne Zweifel wir sind. Mit Narben, Krönchen, angebrannten Keksen und Soft Skills.

 

Danke, Leben.

Auf die nächsten 30 Wunderjahre.

 

 

P.S. Wenn du sehen willst, wo Einhörner*innen wohnen, schau' mal in der Strausberger Milchbar vorbei.  

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