Deine Bühne - Steh' zu Deiner Leidenschaft!

April 15, 2018

Heißt Theaterspielen am Theater zu spielen? 

 

Die Hitze von Scheinwerfern, der Geruch von Puder. 

Für mich gabs nie eine andere Option als am Theater zu arbeiten, in Rollen zu schlüpfen.

Monologe, Dialoge, Texte lernen, improvisieren. 

 

Ach ja? 

 

 

3 Vorsprechen. Gefühlt wie fehl am Platz. Text nicht flüssig gekommen, Gesten abgehackt. Nicht angenommen. Und nicht weiter gemacht. Das ist nix für Menschen, die wirklich dranbleiben. 30, 40 Vorsprechen, das hat Biss. Jaja. Wohlig ist es mir einfach nicht ergangen in diesen Häusern. In Gesellschaft mit den anderen "Potentiellen" fühlte ich Wettbewerb, Ego, Vergleich und eigene Künstlichkeit. Bei Wettbewerb war ich nie besonders gut. Und beschloss, das wars vorerst.  

 

Mini-Breakdown mit 18 Jahren. 

 

Was macht man, wenn Plan A und somit der einzige Plan, den man hatte, sich auflöst? -

 

Kindern in Afrika helfen. Is doch klar. Is doch klar. 

 

Am Flughafen winke winke, ins Taschentuch geschnäuzt und ab gings. Runter nach Südafrika ans Kap. Relativ zügig stellte sich -logisch!- heraus, dass nicht ich irgendwem hier "helfe", sondern selbst einen komplett neuen Blick auf die Welt erhalte. Beschenkt von den Jugendlichen im Projekt, die Auseinandersetzung mit Kolonialismus, mit Apartheidsregime und dem eigenen Weißsein. Den Weg bereitet für sich anschließendes politisches Engagement und die Professionalisierung im sozialen Sektor. 

 

 

 

 

Am liebsten geschrieben, gespielt, als ich jünger war. Gedichte mit 12, "Die Bürgschaft" heimlich im Unterricht unter dem Physikhefter gelesen. Später am Theater gearbeitet, in der Öffentlichkeitsarbeit in strenger Theaterhierarchie. Weil nah dran fast drin ist. Mit Drama hinter den Kulissen, wie es sich gehört. Sorry. Zu knallig, zu peinlich. Adé. 

 

Wahnsinn, dass erst 11 Jahre vergehen mussten, um wieder zum Kern der verschütteten Leidenschaften zurück zu kehren. 

 

Gott sei Dank haben mich die Schauspielschulen damals nicht angenommen!  

 

Vor einem Jahr habe ich meine eigene Bühne kreiert! In der Online-Welt. Wo ich genügend Selbstsorge-Zeit haben und trotzdem mit euch verbunden sein kann.

Es ist viel mehr als Schauspielerin zu sein.

 

 

Es ist die ultimative Form des Rausgehens mit Inhalten in eigener Komposition, in eigener Regie. In eigener Garderobe, in eigenem Tempo. In stillen und lauten Tönen. Moderne Umsetzung, antike philosophische Gedanken. Wortschlangen und Sprachmelodie. Solo oder im Ensemble. Mit wechselndem Bühnenbild - in Berlin und am Ende der Welt. Spot on, Spot aus. Die Entwicklung von Rolle, die Ent-wicklung von Rolle. 

 

Heißt Theaterspielen am Theater zu spielen? 

 

An den aktuellen Lebenslauf, den Lauf des Lebens, käme Spielen am Theater nicht ran.

Selbstbestimmt in sämtlichen Professionen. 

 

Es ist die eigene Art des Spielens. 

 

Und zusätzlich wertzuschätzen, dass das eigene Spiel nicht Nonplusultra ist. Heute sich mit Hingabe interkulturellen Musik- und Theaterprojekten hingeben, lauschen, mitfiebern als Zuschauerin. Festiwalla, Plural Arts. Theater aufsaugen und abgewandelt annehmen, was passt. Als Teil einer Welt, die man erschaffen will, als Plattform, um Gleichgesinnte zu finden, Gemeinschaft, für die eigene Unterhaltung, als Impuls zum Nachdenken, als integraler Bestandteil zur Freiheit.

 

 

 Langsam schlich sich die Sehnsucht, die Lust nach dem Fieber zurück. Selbst etwas zu erschaffen. Als Ahnung kam sie, als Jauchzer, als Kloß im Hals beim Stücke gucken. 

 

Vor 2 Jahren leitete ich eine Theaterseminargruppe zum Thema "Globalisierung & Ernährung". Die UN-Anti Hunger-Ziele parodiert, szenische Auseinandersetzung mit Schlankheitswahn. Seitdem integriere ich konstant Theaterpädagogik-Elemente und Rollenspiele in Seminare / Workshops und stoße auf offene Arme. Weil passiert, was schon immer auf kleiner Flamme loderte:  

 

"Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt." - Friedrich Schiller

 

 In Coachings frage ich deshalb auch immer wieder: Was wolltest du als Kind werden? 

 

Dass die Schauspielschule nicht geklappt hat, ist das Beste, was mir passieren konnte. Spielen ist so ein gigantischer Teil meines Lebens, 12 Jahre nach den Vorsprechen. Im Alltag, in täglicher "Arbeit", gelebt.

 

Mach Platz für deine Passion, sie findet überall Einlass in deinem Leben. Wenn du sie lässt.

Sie laufen lässt in deinem Lebenslauf und horchst. 

Was ist es? - Zeichnen, Burgen aus Streichhölzern bauen, singen?

 

 

Wir tendieren dazu, zu glauben, dass wir nicht gut genug für sie sind, dass sie nicht passt. Dass sie lächerlich wirkt? Shake off, was die Hater und vor allem deine innere Hater sagen! Erinnere dich, wie es dir geht, wenn du allein mit deiner Passion bist und dann trag sie raus. Viel Spaß beim Leuchten! 
 

Diese Leidenschaft, hast du sie dir bewahrt?

Was hat dir früher Freude bereitet und was machst du jetzt nicht mehr? 

 

Welcher Traum ist dir verschütt gegangen? Wie kannst du ihn wieder zum Leben erwecken? Vielleicht auch in abgewandelter Form, was wäre der erste Schritt dafür? Tu es, JETZT! 

 

 

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