"Traue Deiner Intuition."-Marisa Robel, Yogalehrerin

November 1, 2018

Flüssig und klar, mit Stärke und Sanftheit. Wenn ich Inspiration für Yogasequenzen suche, ist Marisa eine meiner ersten Anlaufstellen. Ihre Instagram-Videos machen Bock auf Yoga direkt nach dem Aufstehen, als Boost für den Tag oder um nach einem prall gefüllten Tag Stille in mir zu finden.
 

 

Marisa begann eine Ausbildung zur Physiotherapeutin, die sie aus gesundheitlichen Gründen auf Eis legte. Aktuell unterrichtet sie Yoga in Augsburg. Yoga als Leidenschaft begleitet sie auch auf ihrem Heilungsweg, der momentan im Fokus steht. Mithilfe ihrer Praxis lernte sie es auch zu lieben, Zeit mit sich selbst zu verbringen und ihren Körper tief kennenzulernen.

Als wir draußen auf einer Bierbank in einer Berliner Kneipe sitzen, bekomme ich eine Gänsehaut nach der anderen. Marisa spricht so offen und ehrlich über ihre zurückliegende Endometriose, dass ich geschüttelt bin vor Berührung.

Lange war nicht klar, was konkret ihr solche Schmerzen im Unterleib bereitete. Marisa berichtet von ihrer Ärzt*innen-Odyssee und dass ihr nicht geglaubt worden sei. Sie solle sich beruhigen, das sei ein psychisches Problem. Irgendwann habe sie selbst gedacht, sie sei verrückt, machte sich Vorwürfe und Gedanken darüber, welche Themen in ihrem Leben noch bearbeitet werden sollten, damit das aufhöre. Die Schmerzen wurden immer schlimmer.

Marisa spürte klar, dass körperlich etwas mit ihr nicht stimmte und ließ nicht locker. Nach 1 ½ Jahren fand sie einen Spezialisten, der eine Operation veranlasste. Eine weitere Operation und viel emotionale Arbeit folgten. Gefühle der Ohnmacht und Wut schüttelten sie und Herausforderungen, die Marisa tagtäglich zu bewältigen hatte. Sie sagt: "die Dankbarkeit, am Leben zu sein", wurde nachhaltig gestärkt.

 

 

Auch ihre Haltung zum Frausein erlebte eine Veränderung. „Weiblichkeit“, findet Marisa, „ist etwas Wunderbares.“ Das Thema habe sie schon immer bewegt und durch ihren Weg erkannte sie, wieviel Wissen in jeder*m von uns schlummere. Verschiedene Facetten ihrer Weiblichkeit betrachtete sie genau und schöpfte daraus neue Lebenskraft.
Das von tief innen kommende Gefühl stünde hier im Mittelpunkt, nicht die Geschlechtsorgane oder das Aussehen. Das sei eine absolute Reduktion.

 

Marisas Yogapraxis hat sich während dieser Zeit sehr verändert. Der Trost durch die Körper- und Geistesarbeit spielte eine große Rolle und linderte bisweilen auch Marisas Schmerzen. Auch hinsichtlich darin, sich selbst anzunehmen, unterstützte sie die regelmäßige Praxis. „Der Körper“, so sagt sie, „machte nicht mehr, was er sollte.“ Marisa erlebte ihren Bauch als aufgebläht, da sie plötzlich Narben und Muskelmasse verloren hatte. Fast täglich bildete Marisa nach der Operation ihren Bauch auf Bildern ab, um in der Geschichte, dem Prozess und dem zu ihr gehörigen Körper weiterhin Schönheit und Ästhetik zu finden.
 

 

Marisa bietet u.a. Yogatherapie an. Hier entwickelt sie Sequenzen anhand eines speziellen Fragebogens. Wenn sich jemand Personal Yoga wünsche, vertraue sie stets auf ihre Eingebung und verbinde diese mit den individuellen Wünschen und Bedürfnissen der Klient*innen. Persönlich liebt Marisa das Asana der „Krähe“ und all dessen Variationen. Spielerisch wirke die Pose, obwohl viel Fokus und Konzentration nötig seien. Marisas Favorit sei dabei insbesondere die erlebte Stille, sobald man die Balance gefunden habe.

Für ihre Selbstfürsorge widmet sich Marisa jeden Tag der eigenen Yogapraxis, tuning in with herself, und versucht herauszufinden, wie es ihr gehe und was genau sie brauche. Seitdem sie selbst mit Yoga begonnen hat, veränderte sich ihr komplettes Leben. Sie lernte sich lieben und wertvolle Zeit mit sich zu verbringen. An der Ausbildung zur Yogalehrerin, die Marisa vor ihrer Erkrankung absolvierte, faszinierten sie vor allem die Aspekte der lebendigen Stille und die Vielseitigkeit, Yoga zu jeder Zeit in den Alltag zu integrieren:  

„Egal wieviel Trubel um uns herum und auch in unserem Verstand herrscht, irgendwo in uns gibt es immer einen Teil, in dem wir Frieden und Liebe spüren können und der wird meist in den kleinen Momenten der Stille bemerkbar.“

 

 

Für Marisa zählen im Leben Selbstakzeptanz und Aufrichtigkeit. In ihr ruhte schon immer der feste Glaubenssatz, dass es das Leben gut mit ihr meine. Aus ihm erfährt sie noch heute ihre Stärke.
Am wohlsten fühlt sich die Yogalehrerin auf ihrem Balkon, das sei jedes Mal wie Urlaub.

Yoga bedeutet für Marisa, auch außerhalb der Matte ihr Handeln besser reflektieren und verstehen zu können. Die eigene Zentrierung spüre Marisa nach der Praxis und dass sie ausgeglichener sei. Die Praxis lasse sie eher bei sich selbst ankommen und besser mit den Herausforderungen des Lebens umgehen.

Obwohl es für sie jetzt die größte Freude bedeutet, scheute sich Marisa lange davor, zu unterrichten. Anfangs absolvierte sie die Ausbildung nur, weil sie das Gefühl hatte, es sei irgendwie wichtig.
Heute ist sie überglücklich, weiterzugeben, was ihr geholfen habe und unterrichtet mit ganzem Herzen und purer Hingabe.

Marisa findest du in ihren Klassen in Augsburg. Schau vorbei:


Kontakt

Website: www.yoga-marisa.de

Instagram: _ma_ri_sa_

E-Mail: info@yoga-marisa.de
 

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